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Das inzest tagebuch

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Über

E s gibt Bücher, über die man seltsamerweise kaum schreiben kann. Dieses ist so eins: Es handelt vom wahrscheinlich letzten Tabu, das es noch gibt, dem Inzest.

Name: Petronilla

Jahre alt: Ich bin 28 Jahre alt

Im Klett-Cotta-Verlag ist dieses Jahr das Tagebuch einer — anonym bleiben wollenden — Amerikanerin über ihre eigenen Inzest-Erfahrungen im Belletristik-Programm erschienen.

Hörbuch \

Die Reaktionen sind kontrovers und heftig, weil die Beschreibung des sexuellen Missbrauches durch den eigenen Vater vom frühen Kindesalter an bis zum Lebensjahr auch die Erfahrung des eigenen Begehrens und der Lust sehr offen und in einer sehr drastischen Sprache thematisiert — übrigens der Grund für die Entscheidung des Klett-Cotta-Verlages, dieses Buch in das Verlagsprogramm aufzunehmen, aber keine Werbung dafür zu treiben, die zwangsläufig in ein inhaltliches Dilemma geriete.

Ilke Crone hat das Buch für systemagazin gelesen und empfiehlt es Professionellen, die mit Opfer andauernder, sexueller Gewalt therapeutisch arbeiten, zur Lektüre:.

Die Autorin möchte anonym bleiben — das kann ich nachvollziehen. Mir fällt es schwer über dieses Buch zu schreiben.

Das inzest-tagebuch

Es ist ein Tagebuch — also eigentlich etwas sehr Persönliches, Intimes, etwas, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Und doch hat sich die Autorin zu diesem Schritt entschlossen.

Schonungslos offen, fast brutal beschreibt die Autorin den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, der ihr gesamtes Leben bis zum Auszug aus dem Elternhaus andauert. In Erinnerungsfragmenten lässt sie die Leser an den nächtlichen Übergriffen ebenso teilhaben wie an ihren verschiedenen gescheiterten Versuchen bei ihrer Mutter oder anderen Erwachsenen Schutz und Hilfe zu suchen.

Die sexuelle Gewalt durch den eigenen Vater hört nicht auf! Mit zunehmendem Alter erlebt sich das Mädchen gefangen in Abscheu und Ekel einerseits und eigenem Verlangen und Lust andererseits. Auch das beschreibt sie in ihrem Tagebuch.

Das inzest-tagebuch: tochter schreibt anonym über missbrauch durch den vater

Als junge Erwachsene fühlt sie sich zu Partnern hingezogen, die sie in ähnlicher Weise als Objekt betrachten, benutzen und quälen, wie sie es von ihrem Vater kannte — das Tagebuch lässt ein Ende offen. Mir hat es wenig Hoffnung auf eine Wiederherstellung der eigenen weiblichen Würde und Unversehrtheit vermittelt.

Ich habe einige Monate verstreichen lassen, bevor ich mich nun endlich an die Tasten setze, um diese Besprechung zu formulieren. Mich hat das Inzest-Tagebuch erschreckt und beeindruckt — und als systemische Therapeutin frage ich mich, wie wenn überhaupt diese sehr intime und vielleicht auch tabuisierte Form der Bewältigung des Schreckens denn als solche sehe ich die Entwicklung eigenen Verlangens in ausweglosen, dauernden Missbrauchsbeziehungen in therapeutischen Prozessen angemessen formuliert und vielleicht sogar bearbeitet werden kann?

Das inzest-tagebuch: tochter schreibt anonym über missbrauch durch den vater

Damit Klientinnen mit schweren Missbrauchserfahrungen ihre Selbstwirksamkeit im therapeutischen Prozess deutlich erleben können, sind Therapeutinnen besonders herausgefordert, sich einerseits den Möglichkeiten und dem Tempo der Klientinnen anzupassen und andererseits behutsam Impulse zu setzen, die eine Veränderung in Richtung Selbstachtsamkeit und -fürsorgeermöglichen. Und — bei allem Schrecken und Mitgefühl brauchen die Therapeutinnen eine angemessene Distanz und Selbstfürsorge, damit sie ihren Klientinnen einen sicheren, geborgenen und geschützten Raum anbieten können.

13 Jahre, Pickel \u0026 die Erste Liebe (Mein Tagebuch) - Julien Bam

In diesem Sinne empfehle ich das Inzest-Tagebuch insbesondere Professionellen, die mit Personen therapeutisch arbeiten, die Opfer andauernder, sexueller Gewalt waren oder sind! Eine sehr ablehnende Rezension von Eva-Maria Manz für die Stuttgarter Nachrichten. Eine Rezension von Carola Eberling für die TAZ. Aus dem amerikanischen Englisch von Christa Schuenke Orig.

Eine junge Frau wird mehr als zwanzig Jahre lang von ihrem Vater sexuell missbraucht. Tiefsitzende Ängste prägen ihr Sein, ihr Weltbild, ihr Verständnis von Familie. Doch selbst im Erwachsenenalter lässt sie sich auf immer wieder neue Spielformen der Abhängigkeit, der Unterwerfung und der Gewalt ein. In diesem Memoir ruft die Erzählerin ihre Kindheitstraumata und deren Folgen wieder auf.

„inzest-tagebuch“: anonyme autorin über das letzte tabu

Sie spürt der Frage nach, wie die jahrzehntelangen Vergewaltigungen durch ihren Vater sie geprägt haben und inwiefern sie den erlernten Abhängigkeiten immer noch unterworfen ist. Ihr Tatsachenbericht legt offen, dass ein Leben, welches als Sexualobjekt statt als Kind begonnen wird, kein Leben ist.

Die körperlichen und psychischen Zwänge, denen die Erzählerin jahrelang ausgesetzt war, münden in eine Abwärtsspirale, aus der es kein Entkommen gibt. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren.

Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden. Ilke Crone hat das Buch für systemagazin gelesen und empfiehlt es Professionellen, die mit Opfer andauernder, sexueller Gewalt therapeutisch arbeiten, zur Lektüre: Ilke CroneBremen: Die Autorin möchte anonym bleiben — das kann ich nachvollziehen.

Eine sehr ablehnende Rezension von Eva-Maria Manz für die Stuttgarter Nachrichten Eine Rezension von Carola Eberling für die TAZ und eine Rezension von Mara Delius für die WELTverbunden mit einem Interview mit dem Verleger Tom Kraushaar vom Klett-Cotta-Verlag.

Anonyma : Das Inzest-Tagebuch. Klett-Cotta Stuttgart Aus dem amerikanischen Englisch von Christa Schuenke Orig. Kommentar verfassen Antwort abbrechen.

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Die Autorin, die anonym bleiben will, erzählt, wie sie über Jahrzehnte von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde.